Ausgabe November/Dezember 2020

Mit einer Prise Fremdheit

Familiäres Tanztheater bei den TANZKOMPLIZEN

© René Löffler

Christine Matschke
Tanzjournalistin

„Was nun?”, mussten sich auch die Berliner TANZKOMPLIZEN angesichts der für Bühnen-Inszenierungen geltenden Abstandsregelungen fragen. Gefunden haben sie eine clevere Lösung: Es tanzen die, die keinen Abstand halten müssen. Will heißen, Doppel-Leitung Livia Patrizi und Joachim Schloemer haben ihnen nahestehende Künstler*innen, deren Partner*innen und Kinder gebeten, 25-minütige Familienporträts zu entwickeln. Insgesamt vier Stücke sind dabei entstanden. Nach dem Auftakt mit „ORBIT” von Laurie Young, Grayson und Milo Millwood tritt nun Elisa Zucchetti mit ihren Kindern Gemma und Oscar auf. In „Fenster zum Hof” erzählt die kleine Familie tanzend von ihrem Alltag in Corona-Zeiten: von geschlossenen Friseurläden, Zeit zuhause und einem Virus, das Reisen zu Ver- wandten und Sehnsuchtsorten unmöglich macht. Im Dezember werden in „Abstandsregler” von Hanna und Lotta Hegenscheidt dann Mutter-Tochter-Bedürfnisse verhandelt. Für „Blicke” wiederum haben sich Janne Ramatou Gregor und Tochter Coco gefragt, wie nah man sich beim Tanzen überhaupt sein kann und ob es nicht sogar eine Prise Fremdheit braucht, um den (Lebens-)Tanz am Laufen zu halten.

TANZKOMPLIZEN
Familienporträts 2-4
ab 28. November 2020
Schillertheater-Werkstatt
www.tanzkomplizen.de

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