Ausgabe März/April 2019

Stille Überlieferung?

Jefta van Dinther und Jérôme Bel erinnern sich im HAU

"The Quiet", Jefta van Dinther © Ninja Hanna

Das Unheimliche in sozialen Bräuchen spürt Jefta van Dinther in "The Quiet" auf. Fünf Frauen transformieren Alltägliches in jenseitige Sphären. In der rhythmischen Wiederholung von Gebeten, Rezitationen und Gesängen spinnen sie das Publikum in ein Jahrhunderte und Generationen umspannendes Zeitgefühl von Leere und Unendlichkeit ein – wer möchte sich dieser schaurig-schönen Ode auf die Unsterblichkeit nicht hingeben? Gegen die Zeichen der Vergänglichkeit rüstet sich Jérome Bel in einer Filmretrospektive. Dafür hat der Tanz-Non-Konformist die für ihn wichtigsten Szenen seiner Inszenierungen aus den letzten 25 Jahren zusammengeschnitten. In den Lücken der fragmentarischen Unvollkommenheit dürfte sich, quasi traditionsgemäß, ein kritischer Blick auf das Verhältnis von Darsteller*innen und Zuschauer*innen entfalten. (cm)

Jefta van Dinther
The Quiet
07. – 10. März 2019
HAU – Hebbel am Ufer
www.hebbelamufer.de
Jérôme Bel
Rétrospective
20. März 2019
HAU – Hebbel am Ufer
www.hebbelamufer.de

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