Ausgabe September/Oktober 2019

Erfahrungshorizonte freilegen

(Un-)Einheitliches aus Ost und West an den Sophiensælen

Tanz in der DDR, Saša Asentić © Willehad Grafenhorst

Sie gehören zur „dritten Generation Ost“ – zu der Generation, die viele Fragen hat und oftmals auf eine Mauer des Schweigens stößt: Wendekinder mit künstlerischem Hintergrund setzen sich beim Festival Das Ost-West-Ding an den Sophiensælen 30 Jahre nach der Grenzöffnung mit den Folgen der deutschen (Un-)Einheit auseinander. Tänzerische Wissensarchäologie betreiben dabei Saša Asentić und Jule Flierl. In „Wismut – A Nuclear Choir“ vertontanzt die Berliner Choreografin Flierl gemeinsam mit der bildenden Künstlerin und Musikerin Mars Dietz die heute unsichtbare Geschichte des Uranbergbaus im sächsischen Erzgebirge. Der ostdeutschen Tanzlandschaft und ihren potentiellen Überbleibseln geht der Autodidakt Asentić mit Künstler*innen aus post-sozialistischen Übergangsgesellschaften auf den Grund. Weitere Highlights im Programm: ost-west-deutsche Blickwechsel durch auditive Stadtspaziergänge sowie reale und fiktive Erinnerungen vorwiegend weiblicher Zeitzeug*innen, unter anderem mit einer Performance zum „Ellenbogen-Prinzip“. Zu allem Überfluss glänzt das Festival mit diversen Panels, Salons und einer großen Deutschland-Gala.(cm)

Das Ost-West-Ding
15. Oktober - 10. November 2019
www.sophiensaele.com

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