Ausgabe Juli-August 2022

Kontra dem Kanon

Sasha Amaya befreit die Oper von Machtstrukturen

"Orfeo, after Monteverdi" von Sasha Amaya © Sasha Amaya

Christine Matschke

Für das Verhältnis zwischen Musik und Bewegung interessierte sich Sasha Amaya bereits in ihrem 2020 auf den Tanztagen Berlin an den Sophiensælen aufgeführten Stück „Sarabande“. Historischer Barocktanz diente ihr als De- und Rekonstruktionsgrundlage. Mit der Frage, wie sich Oper außerhalb großer Theater machen lässt, wagt die Choreografin sich nun an Monteverdis „L’Orfeo“. Besondere Aufmerksamkeit erfährt bei diesem – non-hierarchisch innerhalb eines diversen Regieteams angesiedelten – Experiment das Zuhören: Wie können wir den klassischen Kanon wahrnehmen? Aber auch: In welchem Rahmen findet die sogenannte „hohe Kunst“ für gewöhnlich statt und wer bestimmt eigentlich darüber? „Orfeo, after Monteverdi“ verlässt die Bretter, die die Welt bedeuten, und die damit einhergehenden Machtstrukturen: Im Hinterhof-Garten der Lake Studios wird die bislang eher passive Figur der Euridice ein inszenatorisches Empowerment erfahren. Ihrer Beziehung zu Orfeo dürften sich dann ganz neue Töne ablauschen lassen.

 

Sasha Amaya
Orfeo, after Monteverdi
11. – 12. August 2022
Lake Studios
www.lakestudiosberlin.com

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