Tanzpraxis

Tanzpraxis Einblick

Langzeitstipendien Tanzpraxis

Die Fördermaßnahme Tanzpraxis ruft als Pilotprojekt im Jahr 2020 erstmals Langzeitstipendien für Berliner Tanzkünstler*innen ins Leben. Das Konzept orientiert sich am erfolgreich praktizierten Modell für Künstler*innenstipendien in Norwegen und soll in Berlin eine Lücke im bisherigen Fördersystem für den Tanz schließen.

Während das Berliner Fördersystem bislang vor allem projektbasiert organisiert ist, möchte das Tanzpraxis Stipendium die jeweilige künstlerische Praxis und nicht ein einzelnes Projekt fördern, um ein kontinuierliches und nachhaltiges künstlerisches Arbeiten zu ermöglichen. Dabei handelt es sich weder um eine Pandemie-bedingte Förderung noch um ein bedingungsloses Grundeinkommen. Es geht vielmehr ganz grundsätzlich darum, körper-basierte künstlerische Arbeitspraxis als tägliche Berufsausübung anzuerkennen und zu honorieren. Zugleich zeigt sich aber gerade im Corona-Jahr 2020, wie weitsichtig der Runde Tisch Tanz agiert hat, in dem er ein so beständiges Förderprogramm erarbeitet hat.

In der Pilotphase wurden für die Jahre 2020 und 2021 insgesamt 41 Stipendien vergeben. Bewerben konnten sich professionelle Tänzer*innen und Choreograf*innen (nicht Studierende), die als solche seit mindestens drei Jahren in Berlin leben und arbeiten. Die Dauer und Höhe des Förderbetrags variieren dabei je nach Stadium der künstlerischen Laufbahn: „emerging artists“, die eine künstlerische Praxis von drei bis fünf Jahren in Berlin vorweisen können, erhalten eineinhalb Jahre lang monatliche Unterstützung von 500 Euro (insgesamt 9.000 Euro). “Mid-career artists“ mit sechs bis zehn Jahren künstlerischer Praxis erhalten eineinhalb Jahre lang monatliche Unterstützung von 1.000 Euro (insgesamt 18.000 Euro); etablierte „senior artists“, die seit mindestens elf Jahren kontinuierlich in Berlin künstlerisch arbeiten, erhalten eineinhalb Jahre lang monatlich 1.500 Euro (insgesamt 27.000 Euro).

Im Sinne einer Komplementärförderung können die Tanzpraxis Stipendien mit anderen Förderprogramme wie z.B. Einzelprojektförderung kombiniert werden. Somit ist gleichermaßen projektbasiertes wie kontinuierliches Arbeiten gewährleistet.

Aus 292 Bewerbungen hat eine Jury, bestehend aus Magda Korsinsky (Choreografin und Bildende Künstlerin), Be van Vark (Choreografin und Dozentin), Zwoisy Mears-Clarke (Choreograf*), Dr. Franz Anton Cramer (Tanzwissenschaftler), David Pallant (Tänzer und Autor), folgende Auswahl getroffen: 12 Stipendien wurden in der Karrierestufe „emerging artist“, 24 Stipendien für „mid-career artists“ sowie 5 Stipendien für „senior artists“ vergeben.

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