Aktuelles aus Berlin

Residenzprogramme zum Pilotprojekt Residenzförderung Tanz

Einzelne Programme zur Vergabe im Pilotprojekt Residenzförderung veröffentlicht

Im Juni 2020 hat die Vergabe im Pilotprojekt Residenzförderung für Berliner Tanzschaffende stattgefunden. Die Jury - David Brandstätter, Kerstin Evert und Sven Till - hat neun Berliner Produktionsorte mit ihren eingereichten Residenzprogrammen ausgewählt. Das Gesamtfördervolumen für die Pilotphase (August 2020 bis Dezember 2021) beträgt 602.000 €. Die Orte ada Studio, ausland, FELD Theater für junges Publikum, Flutgraben, LAKE Studios, radialsystem, Sophiensaele, Tanzfabrik und Uferstudios werden in den kommenden 1,5 Jahren Berliner Tanzkünstler*innen mit Raum und intensiver Begleitung von Arbeitsprozessen unterstützen, die Künstler*innen erhalten im Rahmen der Residenzprogramme Stipendien. Das Tanzbüro Berlin informiert hier über die einzelnen Residenzprogramme.

  • Das Residenzprogramm des ada studios umfasst insgesamt acht jeweils vierwöchige Residenzen von Künstler*innen, die gerade dabei sind, als professionelle Choreograf*innen in der Berliner Tanzszene Fuß zu fassen. Die drei für 2020 geplanten Residenzen, beginnend ab August 2020, wurden an Lois Alexander, Katherine Leung und Sophia Obermeyer vergeben. Für die fünf im Jahr 2021 geplanten Residenzen sind Bewerbungen jederzeit möglich. Diese sollten ein Konzept mit einer klaren Fragestellung, einer Methodo­logie der Bearbeitung der Frage(n) und einer Aussage darüber, wo im Feld des zeitgenös­sischen Tanzes die Bewerber*innen sich jeweils verorten, enthalten.
     

  • Das ausland bietet 2021 Residenzen für vier Künstler*innenkollektive im Bereich Tanz und Performance: Lee Méir, Maya Weinberg, Roni Katz | Mariana Nobre Vieira, Maciej Sado, Djibril Sall | Ana Laura, Bárbara Hang, Julia Rodríguez, Catalina Fernández | Gretchen Blegen, Hilà Lahav, Ruth Waldeyer. Der Fokus 2021 liegt auf Performer*innen und Tänzer*innen, die ein besonderes Engagement und Interesse an kollektiver Arbeit, kollaborativen Praktiken, sicheren und inklusiven Performanceräumen und sozio-kulturellen Perspektiven ihrer künstlerischen Arbeitsformen haben. Das ausland stellt den Künstler*innen neben dem Raum, Technik und Beratung in Projekt- und Produktionsmanagement, und fördert Produktionszusammenhänge.
     

  • Das FELD Theater für junges Publikum schreibt im Sommer für 2020/2021 in einem Open Call zwei sechswöchige Residenzen ab Winter 2020 und eine Residenz für Herbst 2021 als international besetztes Lab aus. Der Open Call wendet sich an Künstler*innen, Tänzer*innen und Choreograph*innen, Einzelkünstler*innen, wie kleine Kollektive, die in Berlin arbeiten und die bislang noch nicht bzw. wenig für alternative Publika gearbeitet haben.
    Die Resident*innen entwickeln ein Modell der Partizipation, bei dem sie soziale Akteure einbeziehen. Die hier gemachten Erfahrungen sollen Impulse setzen für die eigene künstlerische Weiterentwicklung. Der Zeitraum wird in Absprache mit dem FELD als 1 Block oder in mehreren Blöcken über einen längeren Zeitraum organisiert. Die Residenz wird durch Mentorinnen von FELD begleitet, Kontakte zu Akteur*innen wie z.B. Schule, Kita, Nachbarschaftstreff oder Senior*innenheim durch FELD arrangiert.
    Voraussetzung für die Bewerbung ist die Beantwortung eines Fragebogens, den wir bei Interessensbekundung zusenden. Deadline für Interessensbekundung: 03. August 2020, Kontakt: residenznoSpam@jungesfeld.de, Stichwort: Residenz in FELD.
    Wir laden 7  Bewerber*innen zu einem Pitching voraussichtlich im August 2020 ein. Genauer Termin wird bei erfolgreicher Bewerbung mitgeteilt.

     
  • Flutgraben bietet bis Ende 2021 acht Künstler*innenresidenzen und startet voraussichtlich im 4. Quartal 2020. Eine Residenz umfasst vier Wochen Arbeitsraum, Künstler*innenstipen-dium, Technik und technische Betreuung, Mentoring/Outside Eye Support, Online/Video-Dokumentation. Details zu Flutgraben Residencies im Rahmen des Pilotprojekts kommen im September 2020.

     
  • LAKE Studios Berlin werden insgesamt 27 Monatsstipendien an Residenz-Künstler*innen vergeben können, beginnend ab September 2020 bis Ende 2021. Residenzen werden in der Länge zwischen 1 Monat, 6 Wochen und 2 Monaten variieren. Eine Residenz bei den LAKE Studios bedeutet, dass die Künstler*innen vor Ort wohnen und arbeiten können. Für die Residenzen werden Open Calls ausgeschrieben. Einige Residenzen werden mit offenem Konzept ausgeschrieben, andere Residenzen zu einem vorgegebenen Rahmen, bsp. "Tanz auf Film", "Tanz und Technologie”, “Tanz und Körper als politisches Werkzeug”, “Tanz & Text” "Licht/ Bewegung/Sound", "Tanz im Öffentlichen Raum". Zwei Residenzen für September 2020 wurden bereits an die Berliner Künstler*innen Sonya Levin, in Zusammenarbeit mit Tian Rottveel, und Sasha Portyannikova vergeben. Der Open Call für die "Tanz & Technologie"-Residenz (Okt./Nov. 2020) wurde bis zum 7.7.2020 verlängert. Weitere Details sowie alle Open Calls und Antragsfristen werden über www.lakestudiosberlin.com, den Newsletter der LAKE Studios (Anmeldung über Webseite) und facebook/LakeStudiosBerlin bekannt gegeben. Die LAKE Studios freuen sich auf die Künstler*innen und neue Projekte!

     
  • Body Time Space des radialsystem lässt sich als ein Baustein eines von unterschiedlichen Tanzinstitutionen gemeinsam ausgerichteten Residenzprogramms denken, das es Künstler*innen erlaubt, verschiedene Institutionen in Berlin und deren Praxen kennenzulernen bzw. sich sichtbar zu machen. Body Time Space lädt drei Berliner Künstler*innen(-Gruppen), zu jeweils vierwöchigen Residenzphasen in die Studios des radialsystemein, um dort ihren bereits bestehenden künstlerischen Fokus zu vertiefen, und weiter zu entwickeln. Während der Residenzphasen sind die Künstler*innen in jeweils zwei Impulszeiträumen dazu eingeladen, mit internationalen Dialogpartner*innen aus anderen Wissensbereichen und/oder künstlerischen Disziplinen, die eigene Arbeit im transdisziplinären Austausch zu reflektieren. Die Arbeitsstände können im Rahmen von Studiovisits, Öffentlichen Performances, Workshops oder Ausstellungen auf den Bühnen und in den Räumen des radialsystempräsentiert werden. Nach Absprache mit den Künstler*innen können hierfür aktiv die Netzwerke des Hauses genutzt und gezielt Kurator*innen und Künstler*innen eingeladen werden. Neben einem Stipendium erhalten die Künstler*innen technische Unterstützung, dramaturgische Betreuung und Produktions- bzw Presse/ Marketingcoachings durch die Mitarbeiter*innen des Hauses. Die erste Residenz im Dezember 2020 wurde an die Choreografin Lina Gómez vergeben. Für die zwei Residenzphasen im März und Juli 2021 ist ein Open Call im Herbst 2020 vorgesehen.
     

  • Die Sophiensæle werden mit dem Residenzprogramm New Techniques den fortgeschrittenen Tanznachwuchs unterstützen, der bisher noch nicht von struktureller Förderung profitiert. Von Herbst 2020 bis Ende 2021 werden insgesamt 3 Choreograf*innen, eine*r pro Halbjahr, für jeweils einen Monat zusammen mit einem künstlerischen Team an der Residenz teilnehmen. Das Angebot umfasst Betreuung durch die Technik, Produktion und Tanzdramaturgie der Sophiensælen. Weitere Details werden im Herbst 2020 bekanntgegeben.
     

  • R.E.D. – Residencies Expanded for Dance  ist ein 12-monatiges Residenzprogramm für vier in Berlin lebende Choreograf*innen, beginnend ab Dezember 2020. Das Programm besteht aus: 12 Monaten Begleitung durch das Produktionsteam der Tanzfabrik Berlin (Unterstützung in der Konzeptentwicklung, Produktionsplanung und Partner-Recherche sowie, falls gewünscht, Antragstellung); ein Stipendium für alle Künstler*innen des Programms; Dramaturgische und technische Begleitung; 6 Monate flexible (nicht zwangsläufig durchgehende) Nutzung des Studio 5 (260 m² Größe) in den Uferstudios für die 4 Künstler*innen. Außerdem bietet das Programm die Möglichkeit, die Präsentations- und Feedback-Formate der Tanzfabrik Berlin zu nutzen, einen regelmäßigen Austausch zwischen den Teilnehmer*innen des Programms, dem Team der Tanzfabrik Berlin, internationalen Gästen des apap-Netzwerks und Teilnehmer*innen der Residenzprogramme von Uferstudios GmbH und radialsystem sowie die Möglichkeit, im Bereich Schule der Tanzfabrik Berlin Erfahrungen als Lehrer*in zu sammeln.
    R.E.D. – Residencies Expanded for Dance will die Künstler*innen in einer Phase des Nachdenkens, Planens und Recherchierens vor der Entwicklung eines neuen Konzepts begleiten. Ziel ist es, den Künstler*innen zu helfen, außerhalb der Produktionslogik Zeit und Raum zu gewinnen, und ihnen einen konzentrierten Austausch untereinander sowie mit ihrer eigenen Praxis, ihren Ideen und Wünschen zu ermöglichen.
    Auswahlverfahren: Die Teilnahme an R.E.D. - Residencies Expanded for Dance ist auf vier Künstler*innen begrenzt. Zwei Künstler*innen werden von der Künstlerischen Leitung der Tanzfabrik Berlin eingeladen, in Rücksprache mit den Kooperationspartnern des Residenzprogramms (Uferstudios und Radialsystem) und in Austausch mit einer*m unabhängigen Tanzexperten*in. Zwei weitere Künstler*innen werden in einem offenen Antragsverfahren ausgewählt. Der Antrag besteht aus den üblichen Dokumenten (Motivationsschreiben und CV). Die Jury bilden die beiden eingeladenen Künstler*innen, in Rücksprache mit der Künstlerischen Leitung der Tanzfabrik Berlin und den Kooperationspartner*innen des Residenzprogramms.

     
  • Das Residenzangebot der Uferstudios GmbH bietet die Möglichkeit Teilaspekte des künstlerischen Schaffens zu realisieren, die in gängigen Förderinstrumentarien und vorwiegend auf Produktion basierten Programmatiken der Spielstätten nur schwer ihre Berechtigung finden. Es bietet von Ende 2020 bis Ende 2021 fünf Residenzen für insgesamt bis zu 21 Künstler*innen, deren Arbeitsschwerpunkt in Berlin liegt. Die Residenzen werden über Open Calls ausgeschrieben.
    Inhaltlich ermöglichen die Uferstudios zwei unterschiedliche Arten von Residenzen, die jeweils anderen Entwicklungsphasen künstlerischer Arbeit zugute kommen sollen. SITUATIVES ARBEITEN - SITUIERTES LERNEN  bietet 2 Recherche- und Arbeitsresidenzen à 6 Wochen mit Schwerpunkt choreographisch basiertes, prozessorientiertes und/oder partizipatives Arbeiten im engen Austausch mit Nachbarschaft und Stadtgesellschaft und gibt somit eine thematische Ausrichtung, die jedoch in ihrer Formatoffenheit keine Setzung verfolgt. ERPROBUNGEN UND VERTIEFUNGENbietet 3 Taylor-made-Residencies à 4 Wochen nach Künstler*innenbedarft, die experimentelle Phasen der Arbeit VOR Produktionsbeginn ermöglichen, körperbasiertes explorierendes Arbeiten an einem Projektvorhaben vor der Konzeptionsphase einer „neuen“ Idee, Überarbeitung bestehender Arbeiten unter Herausarbeitung eines spezifischen Schwerpunkts, vertiefendes und lernendes Arbeiten an Aspekten/Praxen/Techniken für ein künftiges Projektvorhaben durch Heranziehung unterschiedlichen Inputs und Experten von Außen.
    Beide Residenzangebot erlauben jene Momenten des Dazwischen, des Erprobens, des Experimentierens und des im Produktionsprozess Ausgeblendeten, die eine Reifung, ein Neuwerden, ein Verwerfen, ein fortschreitendes Suchen einer künstlerischen Praxis ermöglichen.
    Residenzkünstler*innen profitieren in den Uferstudios von Größe, diversen Partnern und umfassender technischer Ausstattung und Hilfeleistung vor Ort ebenso wie von den Möglichkeiten der Hilfe bei Vernetzung mit anderen Künstler*innen und Experten. Die Unterstützung erfolgt auch nach Ende der Residenz (Einzelbetreuung bzgl. möglicher Partnerschaften/ Kooperationen im In-und Ausland, inklusive der Vernetzung in das europäische Projekt Life Long Burning, Beratung zu potentiellen Fördermöglichkeiten, Vernetzung bei Angeboten der Uferstudios generell und die gezielte Einladung zu den Cluster-Angeboten mit den Kooperationspartnern des Residenzprogramms Tanzfabrik Berlin und radialsystem.

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