Runder Tisch Tanz

Was ist bzw. was war der Runde Tisch Tanz 2018?

Zu den Hintergründen

Seit vielen Jahren fordert die Berliner Tanzszene die Anerkennung als eigenständige Kunstform und eine strukturelle Verankerung innerhalb der Berliner Kulturlandschaft.

Die Erklärung der Rot-Rot-Grünen Regierung vom Herbst 2016 – "Stärkung des Tanzes und Ausbau der Tanzförderung in all ihren Fördersäulen” – war ein wichtiges Signal, dem seitens der Tanzszene das Positionspapier „Agenda Tanz“ folgte: Es fasste die wichtigsten Forderungen zur Strukturstärkung und Weiterentwicklung des Tanzes zusammen und forderte einen Runden Tisch zum Dialog zwischen Politik, Verwaltung und Tanzschaffenden. Dank des Engagements der Regierungsfraktionen im Kulturausschuss des Abgeordnetenhauses wurden für das Jahr 2018 Mittel für einen solchen Prozess und zur Entwicklung eines Zukunftskonzepts für den Tanz in Berlin zur Verfügung gestellt – ein Meilenstein!

Koordiniert durch Karin Kirchhoff und Dr. Elisabeth Nehring, war der Runde Tisch Tanz ein beispielgebendes partizipatives Verfahren mit einer Beteiligung von über 200 Akteur*innen der Tanzszene. In fünf thematischen AGs, während eines zweitägigen Symposiums und an vier Runden Tischen mit Politik und Verwaltung wurden strukturelle Defizite benannt und konkrete Handlungsempfehlungen erarbeitet. Das Ergebnis ist ein mit viel Expertise entworfener Entwicklungsplan Tanz 2019-2025, der kurz-, mittel- und langfristige Ziele miteinander verzahnt, um die Kunstform Tanz innerhalb der Berliner Kulturlandschaft sukzessive aufzubauen. Im März 2019 wurde der Abschlussbericht der Koordinatorinnen durch die Senatsverwaltung für Kultur und Europa veröffentlicht.

Der Tanz als Kunstform wurde in Berlin in den letzten Jahren mit durchschnittlich 15,3Mio€ pro Jahr gefördert, dies entspricht dem Etat eines einzelnen Sprechtheaters (z.B. der Schaubühne), bzw. 3% des gesamten Kulturhaushalts. Der zeitgenössische Tanz ist mit rund 2400 Tanzschaffenden und ca. 1400 Vorstellungen im Jahr zwar hochgradig produk­tiv, wird aber nicht wie andere Kunstformen durch etwa Museen, Opern, Theaterbühnen oder Konzerthäuser innerhalb einer gut ausgebauten Infrastruktur verankert und sichtbar. Der Tanz in Berlin agiert jenseits der Institution Staats­ballett nahezu ausschließlich als Freie Szene, zum großen Teil projektbasiert, ohne strukturelle Sicherheit, unter prekären Bedingungen für Künstler*innen und an massiv unterfinanzierten Produktions- und Präsentationsorten. Der Nachholbedarf für diese vielfältig aufgestellte und gesellschaftlich relevante Sparte ist dringend. Das Maßnahmenpaket des Runden Tisches umfasst folgende drei Schwerpunkten: Kontinuität künstlerischen Arbeitens, Stärkung der international einzigartigen dezentralen Infrastruktur sowie ein Haus für Tanz und Choreografie.

Auf den nachfolgenden Seiten können der Prozess sowie alle Ergebnisse des Runden Tisches nachvollzogen werden. Aktuelle Informationen zum Stand der Umsetzungsphase ab 2019 finden sich im Menu-Punkt Kulturpolitik - Aktuelles aus Berlin.

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