Runder Tisch Tanz

Abschlussbericht und Bestandsanalyse

Das Ergebnis: Ein Entwicklungsplan Tanz 2019-2025

Am 01.03.2019 wurde der von den Koordinatorinnen Karin Kirchhoff und Dr. Elisabeth Nehring verfasste Abschlussbericht des Runden Tisch Tanz durch die Senatsverwaltung für Kultur und Europa veröffentlicht, am 11.2.2019 fand eine Ergebnispräsentation im Kulturausschuss statt. Zusammen mit dem Abschlussbericht ist auch die von Cilgia Gadola und Manuel Wisnewski erstellte Bestands- und Bedarfsanalyse zum Tanz in Berlin erschienen.

Mit 2400 Künstler*innen und 1400 Vorstellungen pro Spielzeit ist der Berliner Tanz eine überaus produktive und lebendige Kunstform. Der ästhetischen Qualität und dem wachsenden Publikum steht allerdings eine dramatische Unterausstattung entgegen: Inklusive Staatsballett wurde der gesamte Tanz in Berlin in den letzten Jahren mit durchschnittlich 15,3 Millionen Euro pro Jahr öffentlich gefördert. Dies entspricht z.B. dem Etat eines einzelnen Sprechtheaters, der Schaubühne. Der Runde Tisch Tanz empfiehlt daher ein umfassendes Maßnahmenpaket mit folgenden drei Schwerpunkten: Kontinuität künstlerischen Arbeitens, Stärkung der international einzigartigen dezentralen Infrastruktur sowie ein Haus für Tanz und Choreografie.

Grundlage der Kunst sind die Künstler*innen. Die Arbeitsbedingungen der überwiegend freischaffenden Berliner Tänzer*innen und Choreograf*innen aber sind nach wie vor prekär. Es braucht dringend einen Fokus auf langfristige Arbeitsprozesse sowie Arbeitsräume. Der Runde Tisch Tanz fordert u.a. eine substantielle Aufstockung der Basisförderung für Künstler*innen, ein neues mehrjähriges Arbeitsstipendium für Tanz und Choreografie sowie die Einrichtung einer eigenständigen Residenzförderung, die Kooperationen von Berliner Künstler*innen und Produktions- bzw. Präsentationsorten stimulieren soll.

Basis des Berliner Tanzschaffens ist auch die gewachsene dezentrale Infrastruktur mit zahlreichen sehr unterschiedlichen Orten für Produktion und Präsentation. Diese einmalig diverse Landschaft ist jedoch fast ausschließlich durch privates Risiko getragen und temporär gefördert. Der Runde Tisch Tanz fordert erhebliche Anhebungen der Fördermittel sowie effektive Maßnahmen zur Sicherung dieser Orte.

Der Entwicklungsplan für den Tanz verzahnt die kurz- und mittelfristigen Maßnahmen mit dem langfristigen Ziel, eine zentrale Institution für den Tanz in Berlin aufzubauen. Das seit vielen Jahren geforderte Haus für Tanz und Choreografie soll die enorme Produktivität der Sparte bündeln und ihren Output für ein breites Publikum erlebbar machen. Über Präsentation und Vermittlung, Forschung und Archiv wird das weite Spektrum des Berliner Tanzes mit hoher Außenwirkung sichtbar.

Die Bedarfe wurden im Runden Tisch Tanz umfassend benannt und der gemeinsame Wille für eine ernsthafte Stärkung des Tanzes ist da. Für die Umsetzung der Vorschläge zusammen mit Kulturpolitik und Kulturverwaltung sind nach Ende des Runden Tisches Tanz der Zeitgenössische Tanz Berlin e.V., das Tanzbüro Berlin und das Netzwerk TanzRaumBerlin zuständig.

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Bestands- und Bedarfsanalyse

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