Corona

Was tun?

Hier versammeln wir wichtige Informationen und Tips für Künstler*innen und Kultureinrichtungen. Der Überblick wird regelmäßig aktualisiert. Fortlaufende Informationen findet ihr auch auf unseren Social Media Kanälen. Bei Fragen wendet Euch gern unter beratung@tanzbuero-berlin.de an uns!


Aktuelle Förderprogramme

Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Europa: Der Juni ist für Berliner Tanzschaffende ein klassischer Antragsmonat mit der Frist des 30.06. für die Förderporgramme Einstiegsförderung, Einzelprojektförderung und 1-jährige Spielstättenförderung. In diesem Jahr kommen weitere Instrumente hinzu: Besonders relevant für Tanzschaffende ist das Pilotprojekt Tanzpraxis, das als Ergebnis aus dem Runden Tisch Tanz ein Langzeitstipendium über 18 Monate für Künstler*innen aus den drei Karrierestufen emerging, mid career und senios artists ausschreibt (Frist: 15.06.2020). Einmalig schreibt die Kulturverwaltung auch ein Stipendienprogramm sowie eine Spielortförderung für Kulturschaffende aus, die sich explizit  Jungem Publikum widmen. Die Antragsfrist zur Spartenoffenen Förderung für Festivals und Reihen vom 04.06.2020 entfällt in diesem Jahr, die Kulturverwaltung plant, in der zweiten Jahreshälfte ein einmaliges, spartenoffenes Stipendienprogramm aufzulegen. Über Details der Bewerbungs- und Vergabemodalitäten wird zu einem späteren Zeitpunkt informiert. Weitere aktuelle Berliner und nationale Förderprogramme finden sich hier und Open Calls etwa zu Residenzen finden sich hier.



Aktuelle Förderprogramme in reaktion auf corona

Neustart - Bundesprogramm zur schnellen Rückkehr in den Betrieb für kleine und mittlere Einrichtungen: Zur raschen Wiedereröffnung nach der Corona-bedingten Schließungum können insbesondere kleine und mittlere Kultureinrichtungen einen Antrag für Investitionen in den Umbau und zur Ausstattung (z. B. Einbau von Schutzvorrichtungen, Optimierung der Besuchersteuerung, Einführung/Anpassung digitaler Vermittlungsformate) einreichen. Für die Maßnahmen sind zwischen 10.000 und 50.000 € pro Kultureinrichtung vorgesehen. Antragsberechtigt sind Museen, Ausstellungshallen und Gedenkstätten sowie Veranstaltungsorte von Konzert- und Theateraufführungen, soziokulturelle Zentren und Kulturhäuser. Anträge können ab dem 6. Mai 2020, 10.00 Uhr, online über die Webseite des Bundesverbands Soziokultur gestellt werden. Welche Angaben erforderlich sind, ist dem Musterantrag zu entnehmen. Der Bundesverband Soziokultur bietet auch eine individuelle Antragsberatung an. Als Reaktion auf die hohe Antragslage hat Kulturstaatsministerin Monika Grütters Mitte Mai die Mittel für das Soforthilfeprogramm zunächst um weitere 10 Millionen Euro auf 20 Millionen Euro verdoppelt.
Link zur Antragstellung, Link zu den FAQ

 

Soforthilfemaßnahmen
 

Soforthilfe II für Solo-Selbständige ohne laufende Betriebskosten: Im Rahmen des Berliner Soforthilfeprogramms wurden zwischen dem 27.03. und dem 02.04.2020 ca. 1,336 Milliarden € an mehr als 150.000 EUR Solo-Selbständige und Kleinstunternehmen in Höhe von 5000 € pro Person vergeben und über die Investitionsbank Berlin (IBB) ausgezahlt. Diese Gelder erhielten Freischaffende zur persönlichen Existenzsicherung, innerhalb der folgenden sechs Monate können mit diesem Zuschuss u. a. das durch Einnahmeausfall wegbrechende eigene Gehalt bzw. Krankenkassenbeiträge gezahlt werden - zum Archiv der FAQ der IBB geht es hier. Seit 03.04.2020 können KEINE Anträge mehr auf diesen Zuschuss gestellt werden. Laut einer Umfrage des BBK Berlin haben ca. 15% der freischaffenden Künstler*innen aus verschiedenen Gründen nicht rechtzeitig einen Antrag gestellt / stellen können - die Berliner Verbände der künstlerischen Sparten und die Koalition der Freien Szene fordern daher eine dringende Anpassung des Programms an den tatsächlichen Bedarf künstlerischer Arbeit. Künstler*innen, die aktuell in Existenznot geraten, können für den Zeitraum 31.03.-30.06.2020 Grundsicherung in einem vereinfachten Verfahren beantragen (siehe unten).

Soforthilfe II für Solo-Selbständige und Kleinstunternehmen mit laufenden Betriebskosten: Seit dem 06.04.2020 kann die Soforthilfe II ausschließlich als Zuschuss für betriebliche Kosten beantragt werden (gewerbliche Mieten oder Pachten, Leasingsaufwendungen, Personalkosten für Beschäftigte, sofern diese nicht über das Kurzarbeitergeld gedeckt sind). Selbstständige und Unternehmen mit bis zu 5 Beschäftigten können bei der Investitionsbank Berlin über die Bundesgelder eine Einmalzahlung von bis zu 9.000 € beantragen, Unternehmen mit 6 – 10 Beschäftigten eine Einmalzahlung von bis zu 15.000 €.
Link zur Antragstellung

 

WEITERE HILFSPROJEKTE

Crowdfunding: Die Crowdfunding-Plattform Startnext hat eine Crowdfunding-Hilfsaktion gestartet und in seinen Richtlinien das Alles-oder-nichts-Prinzip ausgesetzt. Das heißt, jeder Cent wird fortan ausgezahlt: Link. Andere Plattformen wie Gofundme haben ähnliche Modelle, um Corona-Geschädigten zu helfen. Aktuelle Spendenaufrufe könnt ihr uns unter postnoSpam@tanzbuero-berlin.de mitteilen, wir listen sie hier unter "Spendenaufrufe" und verweisen regelmäßig darauf in unseren digitalen Kanälen.

Zeitgenössischer Tanz Berlin e.V.: Der ZTB hat ein Projekt ins Leben gerufen bei dem Tanzschaffende bei Hilfeleistungen untereinander (wie z.B. Übersetzung, Beratung und sonstige künstlerische Expertise) eine Vergütung erhalten können.
Link

kulturBdigital: In Anbetracht des Wechsels zum Live-Streaming aufgrund von derzeitgen Schließungen und Absagen wird ein "How to"-Leitfaden zum Streaming sowie Rat durch einen Experten hinsichtlich rechtlicher Aspekte angeboten.
Link

 

GRUNDSICHERUNG

Arbeitslosenversicherung / Grundsicherung:
Für Selbstständige besteht die Möglichkeit, sich arbeitslos zu melden, sofern eine Arbeitslosenversicherung abgeschlossen wurde. Wer arbeitslos gemeldet ist, darf allerdings auch nicht arbeiten - selbst wenn wieder Aufträge vorhanden sind. Wer keine Arbeitslosenversicherung hat, kann auch Grundsicherung (Arbeitslosengeld II) beantragen, auch bekannt als Hartz IV. Für Kultur- und Medienschaffende, denen durch die jetzige Krise das Einkommen oder die wirtschaftliche Existenz wegbricht, wird der Zugang zu Leistungen der Grundsicherung vereinfacht. Wer zwischen dem 1. März und dem 30. Juni 2020 einen Antrag auf Leistungen der Grundsicherung stellt und dabei erklärt, über kein erhebliches Vermögen zu verfügen (weniger als 60.000 € für die erste Person im Haushalt bzw. 30.000 € für jede weitere Person), hat Anspruch auf Grundsicherung (ALG II / Hartz 4). Die tatsächlichen Kosten für Miete und Heizung werden anerkannt. Niemand muss in der Zeit umziehen, weil seine Mietkosten die ansonsten geltenden Grenzen überschreiten. Die Selbständigkeit bleibt erhalten, d.h. die Betreffenden müssen nicht für den Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen. Die Regelungen gelten auch für Beschäftigte, die aufgrund der Corona-Pandemie in Kurzarbeit sind.
Link I,  Link II

Kinderzuschlag: Der „Notfall-KiZ“ ändert den Zugang zum Kinderzuschlag. Familien mit geringem Einkommen können dadurch einfacher monatlich bis zu 185 Euro pro Kind erhalten. Dies trifft zu, wenn Eltern z.B. Kurzarbeitergeld erhalten, selbstständig sind und derzeit keine oder verringerte Einnahmen haben, weniger Bezüge durch entfallene Überstunden haben oder Arbeitslosengeld bzw. Krankengeld beziehen. Prüft vor Antragstellung mit dem KiZ-Lotsen, ob Ihr Anspruch auf Kinderzuschlag habt. Wenn ja, stellt einen Antrag auf den Notfall-KiZ online. Wenn Ihr dies im Laufe des Aprils tut, erhaltet Ihr das Geld für den ganzen Monat April. Alle nötigen Unterlagen finden sich auf der Seite Merkblätter, Formulare und Anträge der Familienkasse.

Aufenthaltstitel: Am 24. März 2020 und am 27. März 2020 hat die Berliner Ausländerbehörde zwei Allgemeine Anordnungen erlassen. Darin heißt es, dass die Aufenthaltserlaubnis nicht ungültig wird, wenn zwischen dem 18. März 2020 und dem 17. Juni 2020 Kurzarbeitergeld, SGB II (Hartz IV), SGB XII (Sozialhilfe) oder AsylbLG (Asylbewerberleistungsgesetz) bezogen wird. Weitere Informationen finden sich hier.

 

Dokumentation von Einahmeausfällen | Rechtliche Grundlagen
 

Dokumentieren: Dokumentiert in jedem Fall aktuelle Einnahmeausfälle für den späteren Nachweis. Gemeinsam mit TanzSzene Baden-Württemberg, Tanzbüro München, nrw landesbüro tanz und Tanzbüro Berlin hat der Dachverband Tanz hierfür eine einheitliche und einfach zu handhabende Tabellenstruktur entwickelt, die ihr für Euch nutzen und zur Information an den Dachverband Tanz schicken könnt.
Link

Informieren: Hilfreiche Informationen zur Frage, wann ein Anspruch auf ein Ausfallhonorar bei der Absage von Veranstaltungen besteht, gibt die Rechtsanwaltskanzlei Laaser.
Link

Beraten lassen: Schreibt und an beratung@tanzbuero-berlin.de, wir melden uns schnellstmöglich per Email oder telefonisch zurück. Kostenlose telefonische Erstberatung für Unternehmen, Freelancer und Einrichtungen, die von Schließungen, Absagen und Ausfällen betroffen sind, bietet die Härting Helpline. Teilt per Mail an corona@haerting.de ein paar Stichworte und Eure Telefonnummer mit und Ihr werdet zwischen 12 und 18 Uhr zurückgerufen. 
Link

 

Versicherungen | Steuer | Miete
 

KSK: Um Versicherten während der Corona-Krise entgegenzukommen, bietet die Künstlersozialkasse u.a. Zahlungserleichterungen, Zahlungsaufschübe bzw. Herabsetzungen der monatlichen Vorauszahlungen an.
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Finanzamt: Ihr könnt einen Antrag auf Herabsetzung bzw. Aussetzung laufender Vorauszahlungen zur Einkommensteuer bzw. Körperschaftsteuer stellen. Fällige Steuerzahlungen lassen sich stunden (aufschieben), Säumniszuschläge können erlassen werden. Auf Vollstreckungsmaßnahmen kann vorübergehend ebenso verzichtet werden. Bitte wendet euch direkt an das für euch zuständige Finanzamt.
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Miete: Sollten Mietzahlungen für Euch aufgrund von Corona problematisch werden, dürfen Vermieter wegen Mietschulden aus dem Zeitraum zwischen dem 1. April 2020 und dem 30. Juni 2020 das Mietverhältnis nicht kündigen. Der Vermieter sollte umgehend informiert werden. Die Mietzahlungen müssen zum nächstmöglichen Zeitpunkt nachgeholt werden.
Link

 

Informationen zu laufenden Förderprogrammen
 

Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Europa: Bei Absage der Veranstaltungen aufgrund höherer Gewalt können die angefallenen Kosten als zuwendungsfähige Ausgabe anerkannt werden, ggf. kann die Maßnahme digital durchgeführt werden oder später nachgeholt werden. Es dürfen Ausfallhonorare an zum Stichtag 15.3.2020 bereits engagierte Künstler*innen i.H.v. 60 % des Honorars (analog angestellte Künstler*innen) gezahlt werden, auch wenn Ausfallhonorare nicht ausdrücklich vereinbart wurden. Weitere Verfahrensvereinfachungen für Zuwendungsempfänger*innen zur Abfederung der Covid-19 Folgen finden sich hier. Anträge zu aktuell laufenden Förderprogrammen können online eingereicht werden. Derzeit ist jedoch offen, ob und wann die Förderentscheidungen getroffen werden. Zu Hilfen für selbständige Künstler*innen geht es über diesen Link . Ebenfalls hat die Kulturverwaltung mittlerweile FAQs für Zuwendungsempfänger*innen, Antragsstellende sowie zu weiteren Hilfsangeboten für freie Kulturschaffende veröffentlicht.

Fonds Darstellende Künste: Ausführliche Informationen zum Umgang mit Mitteln des Fonds Darstellende Künste werden laufend aktualisiert. Der Fonds bemüht sich in Einzelfallentscheidungen um Lösungen mit den Fördernehmer*innen. Der Geschäftsführer Holger Bergmann bietet Telefon- oder Skype-Termine (10 bis 15 Minuten) für alle bundesweit agierenden freien darstellenden Künstler*innen und deren Einrichtungen dienstags, mittwochs und freitags von 14.00 Uhr – 15.00 Uhr an. Nur nach Vereinbarung mittels einer E-Mail an geschaeftsfuehrungnoSpam@fonds-daku.de.
Link I

Nationales Performance Netz: Bereits bewilligte Gastspiele, die aufgrund von Corona abgesagt wurden, können bis spätestens zum 28. Februar 2021 zu einem anderen Zeitpunkt realisiert werden. Wenn ein Gastspiel abgesagt wurde, das Honorar bzw. Sachkosten dennoch an die Künstler*innen/ die Kompanie ausgezahlt werden, prüft NPN im Einzelfall und ist bemüht, unvermeidbare, bereits getätigte Kosten zugunsten der Geförderten anteilig in Größenordnung des vertraglich vereinbarten prozentualen Förderanteils zu fördern. Bei abgesagten Gastspielen, die in einem anderen Format (z.B. als Live-Stream) realisiert werden können, prüft NPN im Einzelfall die Fortführung der Förderung.
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Kulturstiftung des Bundes: Auch wenn vorgesehene Veranstaltungen nicht stattfinden können, sind die bis zu einer möglichen Absage oder Terminverschiebung entstanden Kosten zuwendungsfähig. Laufende Projekte können die bisher angefallenen Ausgaben im Rahmen der Fehlbedarfsfinanzierung grundsätzlich geltend machen. Bestehende Projektförderungen können – falls möglich - durch Änderungen an die neue Situation angepasst werden. Das kann z.B. durch Terminverschiebungen oder das Einsetzen von digitalen Formate geschehen. Absagen, Teilabsagen und Ersatz durch andere Formate sind vertragsrelevante Projektänderungen. Welche Änderungen inhaltlich, organisatorisch und technisch möglich sind, entscheiden zunächst Sie als Projektträger. In einem zweiten Schritt informieren Sie die Kulturstiftung des Bundes schriftlich über die beabsichtigten Maßnahmen und den veränderten Kosten- und Finanzierungsplan. Auf Initiative der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien ist nun unter bestimmten Bedingungen die Zahlung von Ausfallhonoraren für Künstlerinnen und Künstler möglich, deren Auftritte wegen der Coronakrise hinfällig wurden.
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